Geschichte des Château Lascombes
Die Geschichte von Château Lascombes reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als es von Antoine, Chevalier de Lascombes, gegründet wurde. Das Gut blieb über ein Jahrhundert lang im Besitz der Familie Lascombes, bevor es im 18. Jahrhundert an Jean-François de Lascombes verkauft wurde, der das Anwesen erweiterte und seinen Ruf als führender Erzeuger in Margaux ausbaute. Im 19. Jahrhundert erlangte das Weingut weitere Anerkennung, insbesondere durch die Einstufung als Deuxième Grand Cru Classé im Rahmen der Bordeaux-Klassifizierung von 1855 – eine Auszeichnung, die seinen Status unter den Elitegütern von Bordeaux festigte.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erlebte Château Lascombes mehrere Besitzerwechsel, die jeweils zur Entwicklung und Modernisierung des Gutes beitrugen. Die bedeutendste Transformation fand 2001 statt, als das Anwesen von der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Colony Capital erworben wurde. In dieser Phase erfolgten erhebliche Investitionen in die Weinberge und Kelleranlagen, was zu einer deutlichen Qualitätssteigerung der Weine führte. Im Jahr 2011 wurde das Weingut an die Versicherungsgruppe MACSF verkauft, die das Engagement für höchste Exzellenz fortgeführt hat.
Unter der Leitung erfahrener Önologen hat Château Lascombes einen modernen Ansatz der Weinbereitung gewählt und zugleich die Traditionen bewahrt, die seinen Charakter seit Jahrhunderten prägen. Diese Balance aus Bewährtem und Moderne ermöglicht es Lascombes, Weine von bemerkenswerter Fülle, Komplexität und hervorragendem Reifepotenzial zu erzeugen, was das Gut zu einem der angesehensten Namen der Appellation Margaux macht.
Das Terroir von Château Lascombes
Das Terroir von Château Lascombes zählt zu seinen wertvollsten Schätzen und spielt eine entscheidende Rolle für den Charakter und die Qualität seiner Weine. Die 120 Hektar Rebfläche des Gutes liegen auf den facettenreichen Böden von Margaux, die sich aus Kies, Ton und Kalkstein zusammensetzen. Diese Böden bieten eine hervorragende Drainage, sodass die Reben optimal gedeihen und Trauben von außergewöhnlicher Güte hervorbringen.
Der Rebsortenspiegel des Weinbergs ist für die Appellation Margaux einzigartig: 50 % Merlot, 45 % Cabernet Sauvignon und 5 % Petit Verdot. Diese Assemblage spiegelt die unverwechselbare Philosophie von Château Lascombes wider, bei der Merlot eine bedeutendere Rolle spielt als sonst in Margaux üblich. Der hohe Merlot-Anteil verleiht den Weinen eine dichte, geschmeidige Textur, während Cabernet Sauvignon für Struktur sorgt und Petit Verdot aromatische Komplexität sowie Tiefe beisteuert.
Die Nähe des Gutes zum Mündungstrichter der Gironde schafft ein vorteilhaftes Mikroklima, das die Temperaturen mäßigt und das Frostrisiko verringert, wodurch eine lange und gleichmäßige Vegetationsperiode gewährleistet wird. Dieses einzigartige Zusammenspiel von Boden- und Klimabedingungen ermöglicht es Château Lascombes, kraftvolle und zugleich raffinierte Weine zu erzeugen, die über Jahrzehnte hinweg mit großer Anmut reifen können.
Die Weinbereitung bei Château Lascombes
Die Vinifikation bei Château Lascombes ist ein akribischer Prozess, der Tradition achtet und zugleich moderne Innovationen nutzt. Die Trauben werden von Hand gelesen und sorgfältig selektiert, um sicherzustellen, dass nur das beste Lesegut in den Keller gelangt. Die Gärung erfolgt in einer Kombination aus temperaturregulierten Edelstahl- und Betontanks, was eine präzise Steuerung des Prozesses ermöglicht und sicherstellt, dass die Weine ihr volles Aromen- und Tanninspektrum entfalten.
Anschließend reifen die Weine 18 bis 20 Monate lang in Barriques aus französischer Eiche, wobei jährlich rund 60 % neues Holz zum Einsatz kommen. Dieser Reifeprozess vertieft die Komplexität und Struktur der Weine, lässt die Tannine weicher werden und führt zu einer harmonischen Integration der Aromen. Das Ergebnis ist ein Wein, der bereits in seiner Jugend zugänglich ist und zugleich das Potenzial besitzt, über die Zeit noch tiefere Nuancen und Vielschichtigkeit auszubilden.