Geschichte von Château Durfort-Vivens
Die Geschichte von Château Durfort-Vivens reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als sich das Gut im Besitz der einflussreichen und adligen Familie Durfort befand. Im 18. Jahrhundert erlangte Château Durfort-Vivens beträchtliche Anerkennung für die Erzeugung von Weinen von außergewöhnlicher Qualität. Im Jahr 1824 erwarb die Familie Vivens das Anwesen und ergänzte den Namen des Châteaus um den ihren. Bei der von Kaiser Napoleon III. in Auftrag gegebenen Klassifizierung von 1855 wurde Château Durfort-Vivens als Deuxième Grand Cru Classé eingestuft, was seinen Platz unter den Spitzenweinen von Bordeaux festigte.
Die Familie Lurton, eine der prominentesten Dynastien in Bordeaux, übernahm Château Durfort-Vivens im Jahr 1961. Lucien Lurton, eine Schlüsselfigur des bordelaiser Weinbaus, übernahm das Weingut und begann mit dessen umfassender Restaurierung. Heute leitet sein Sohn Gonzague Lurton das Gut, führt das Erbe der Familie fort und setzt konsequent auf biologischen und biodynamischen Weinbau. Unter Gonzagues Führung ist Château Durfort-Vivens regelrecht aufgeblüht und bringt beständig Weine hervor, die ihrer Herkunft aus Margaux vollkommen treu bleiben.
Das Terroir von Château Durfort-Vivens
Château Durfort-Vivens liegt im Herzen der Appellation Margaux, einem Gebiet, das für sein herausragendes Terroir weltberühmt ist. Die 55 Hektar Weinberge des Gutes stehen auf tiefen Kiesböden, die eine hervorragende Drainage bieten und die Reben dazu anregen, tief reichende Wurzelsysteme auszubilden. Dieses kiesige Terroir ist ideal für den Cabernet Sauvignon, der auf diesen gut durchlässigen Böden zur Höchstform aufläuft und den Weinen Struktur, Eleganz und enormes Reifepotenzial verleiht.
Die Rebflächen sind mit 70 % Cabernet Sauvignon, 24 % Merlot und 6 % Cabernet Franc bestockt. Diese klassische Assemblage des linken Ufers unterstreicht den Anspruch des Weinguts, Weine zu erzeugen, welche die Finesse und Kraft von Margaux widerspiegeln. Das milde maritime Klima, geprägt durch die nahe Gironde-Mündung, sorgt für eine lange Vegetationsperiode, die es den Trauben ermöglicht, bei vollkommener physiologischer Reife gleichzeitig Frische und lebendige Säure zu bewahren.
Die Weinbereitung auf Château Durfort-Vivens
Seit 2016 ist Château Durfort-Vivens vollständig bio- und biodynamisch zertifiziert – ein Zeugnis für das tiefe Engagement des Hauses für eine nachhaltige Bewirtschaftung und den Respekt vor der Umwelt. Gonzague Lurtons Hingabe an diese Methoden stellt sicher, dass die Weine die Reinheit und den Charakter des Terroirs ganz ohne chemische Hilfsmittel zum Ausdruck bringen.
Die Trauben werden von Hand gelesen und vor der Gärung, die in temperaturregulierten Edelstahl- und Betontanks stattfindet, sorgfältig selektiert. Dieser präzise Vinifikationsprozess ermöglicht eine optimale Extraktion von Tanninen und Aromen, während die Frische und Lebendigkeit der Frucht unberührt bleiben.
Der Ausbau erfolgt über 18 Monate in Barriques aus französischer Eiche, wobei jährlich etwa 40 % neues Holz zum Einsatz kommt. Der Holzeinsatz wird behutsam gesteuert, um Komplexität und Struktur des Weins zu betonen, ohne dessen aristokratische Eleganz zu überlagern. Das Ergebnis ist ein Wein von ebenso großer Raffinesse wie Kraft, der über Jahrzehnte hinweg anmutig reifen kann.
Der Weinstil
Château Durfort-Vivens ist bekannt für Weine, welche die sprichwörtliche Eleganz und Finesse von Margaux idealtypisch verkörpern. Typischerweise präsentieren sie sich mittelkräftig bis vollmundig, mit feingeschliffenen Tanninen und einem vielschichtigen Bouquet von schwarzer Johannisbeere, Pflaume und Veilchen, begleitet von subtilen Anklängen an Zedernholz und Tabak. Am Gaumen entfalten die Weine dichte Schichten dunkler Früchte, feinwürzige und erdige Noten, die in ein langes, harmonisch balanciertes Finale münden.
Der hohe Anteil an Cabernet Sauvignon in der Cuvée verleiht dem Wein sein markantes Rückgrat und exzellentes Reifepotenzial, während der Merlot Geschmeidigkeit und Rundung beisteuert. Die Weine von Château Durfort-Vivens zeigen sich bereits in ihrer Jugend zugänglich, besitzen jedoch das Potenzial, mit der Flaschenreife eine noch größere aromatische Tiefe und Komplexität zu entwickeln.